Ich habe Tiermedizin studiert und in der Populationsgenetik promoviert.
Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe, ist eine Haltung:
Vor der Entscheidung kommt die Diagnose. Und die beruht auf Hinschauen, Zuhören, Erfahrungswissen und Daten.
Herausfinden, was der Patient nicht in Worte fassen kann. Aussagen einordnen, Befunde erheben und in einen großen Zusammenhang bringen – und erst dann urteilen und behandeln.
Nach der Promotion war die Richtung klar: Wissen – wie es entsteht, wie es aufbereitet wird, wie es Menschen erreicht.
Was folgte, waren 20 Jahre in Organisationen, die Wissen als Kern ihres Geschäfts haben. Zuerst Fachverlage, weil Bücher und Zeitschriften damals das Medium für Expertenwissen waren. Dann ein Masterstudium in Educational Media, weil Lernen ins Internet wanderte – und ich verstehen wollte, was das bedeutet – didaktisch und technologisch.
Als Chefredakteurin der größten deutschen Pflegezeitschrift habe ich Prozesse digitalisiert und eine Redaktion durch Veränderung geführt. An der IU Internationalen Hochschule eine Medienproduktion agil transformiert – in einem Unternehmen mit Hyperwachstum. Und schließlich war ich Content-Expertin im Center of Excellence der Klett-Fernhochschulen, wo ich gewachsene Strukturen zusammengeführt und gemeinsame Prozesse geschaffen habe.
Ich habe gelernt, wie Redaktionen, Lektorate & Medienproduktionen funktionieren – und wie man sie in die Veränderung bringt. Was es braucht, damit Inhalte als Produkt gedacht werden. Wie Veränderungsprozesse nicht im Tagesgeschäft versanden, sondern in den Teams ankommen.
Und weil mich technische Zusammenhänge seit jeher reizen, denke ich immer in Architekturen – in Strukturen, Abhängigkeiten und Systemen. Das ist der Grund, warum ich zwischen Fachbereichen und IT übersetzen kann. Ich verstehe beide Sprachen versteht – und weiß, wo aneinander vorbeigeredet wird.

